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denen die organisierenden Handlungen selbst abgewickelt werden,
oder Satzungen; 4. die organisierende, den organisierten „Stoff“
beeinflussende wie die organisierenden Handlungen tragende Ge-
walt oder kurz „Herrschergewalt“.
Die Güter bilden das bei keiner Veranstaltung fehlende „Kapi-
tal“, das als Hilfsmittel des organisierenden Handelns dient, wie es
etwa in Vereinsbeiträgen, Anstaltsvermögen, Steuern und der-
gleichen zum Ausdruck kommt — der wirtschaftliche Bestandteil
aller Organisation; die Satzungen oder Vorschriften im weitesten
Sinne sind die Anweisungen für die vorzukehrenden Handlungen,
die Verhaltungsmaßregeln für das organisierende Handeln. Außer
der Form von Satzungen haben sie noch die Form von „Regle-
ments“, „Vorschriften“, allgemeineren oder fallweisen „Weisungen“
und „Befehlen" verschiedenster Art.
Daß den organisierenden Handlungen endlich eine gewisse ver-
bindliche Kraft, eine Herrschergewalt zukommen muß, um jene
Beeinflussung und Umgestaltung der zu organisierenden Elemente
herbeizuführen, welche zu ihrer Zusammenfügung in der Anstalt
notwendig ist, liegt klar zutage.
III.
Die Stellung der Organisation im Gebäude der gesellschaftlichen
Erscheinungen
Die Stellung der Organisation im Gebäude der gesellschaftlichen
Erscheinungen ist im allgemeinsten durch ihre Eigenschaft als eines
sowohl schöpferischen wie vermittelnden Handelns bestimmt. Im
besonderen ist aber die Verhältnisbestimmung der Organisation ge-
genüber der Wirtschaft wie gegenüber den Satzungen, das heißt zu-
letzt dem Rechte, eine schwierige Aufgabe.
A. O r g a n i s a t i o n u n d S a t z u n g ( R e c h t )
Was zuerst das Verhältnis der einzelnen Organisation zu ihrer
Satzung betrifft, so könnte es scheinen, daß die Organisation mit
der Satzung zuletzt einerlei ist — und faßt man die Gesamtheit
der Organisation in der Gesellschaft, wie sie etwa im „Staat“ zur
Erscheinung kommt, zusammen, dann scheint sie wieder mit der
Gesamtheit aller Satzungen, wie sie in Sittlichkeit, Sitte und Recht